Ein böses Märchen … aus tausend finsteren Nächten ist das 13. Studioalbum der deutschen Rockband Böhse Onkelz. Es erschien am 20. März 2000 als erste Veröffentlichung über das bandeigene Label Rule23 Recordings. Als Name des Albums wurde die erste Zeile vom ersten Lied des Albums übernommen.
Informationen zu einzelnen Liedern
Onkelz 2000
Der Song beschreibt die Bandgeschichte der Onkelz und die letzten zwanzig Jahre. Die Höhen und Tiefen werden textlich dargestellt. Zitat von Stephan Weidner: „20 Jahre mediale Inquisition und doch kontinuierlich Pole-Positions in den deutschen Charts. Wir hoffen, ihr gönnt uns das bisschen Schadenfreude. Das Drama ist noch lange nicht vorbei …“.
Dunkler Ort
Der Song handelt davon, dass der Mensch sich selbst eine dunkle Realität herstellt und diese auch nur alleine überwinden kann. Jeder kann seine eigene Welt erschaffen und diese auch positiver gestalten. („Dies ist ein Dunkler Ort, weil du ihn dazu machst! Dies ist ein Dunkler Ort und du hast ihn erdacht!“)
Exitus
Dieser Titel befasst sich mit Menschen, die es nicht schaffen, sich selbst zu ändern und sich eine eigene Meinung zu bilden. („Viel zu feige, die Moral zu untergraben, ohne Glauben, ohne Ideale.“)
Schutzgeist der Scheiße
Der Song beschreibt die Frustration und die Enttäuschung, die entsteht, wenn sich Träume und Visionen nicht erfüllen. Zitat von einem Konzert der Tour 2000: „Ein Lied über eine etwas unerfreuliche Situation. Es gibt wohl für jeden von uns Momente, wo wir denken, dass unsere Visionen und unser Leben wie ein Scherbenhaufen vor uns liegen und uns letztendlich gar nichts anderes übrig bleibt, als unserem Schicksal entgegen zu gehen, den Arsch hochzunehmen und das Beste draus zu machen.“
Lüge
Der Text beschreibt, wie ein Mensch sich ein Fundament aus Lügen zusammenbaut, das irgendwann einstürzen muss. Angefangen mit kleinen Notlügen, bemerkt man immer größer werdende Lügen und schließlich merkt man, dass das ganze eigene Leben aus Lügen besteht.
Knast
Ein Song darüber, wie die Emotionen eines Menschen sind, der für längere Zeit im Gefängnis ist. Zitat von Stephan Weidner: „Von uns hat nie einer längere Zeit im Knast gesessen, aber in unserem Freundeskreis gibt es sehr viele Leute, die uns beschrieben haben, wie das ist. Außerdem bekommen wir viel Post von Knackis, die gerne Onkelz hören. Deshalb war es mal an der Zeit, einen Text darüber zu schreiben, was die Leute hinter Gittern empfinden.“ Der Song trug ursprünglich noch den Untertitel „Wohin gehen meine Träume“.
C'est la vie
C'est la vie handelt von Junkies, Straßenkindern usw., die in einer Sackgasse leben und dort nur sehr schwer wieder herauskommen, weil sie in einem Teufelskreis gefangen sind.
Danke
Dieser Song wurde als kleines Dankeschön für die „Fanz“ geschrieben, die die Onkelz teilweise über Jahrzehnte hinweg unterstützten. …
Rezeption
Joachim Gauger von laut.de bewertete das Album mit nur einem von fünf möglichen Punkten. Die Onkelz seien mittlerweile „brav, bieder und konventionell“ und hätten nichts Neues mehr zu erzählen.
Das Magazin Rock Hard gab dem Album acht von möglichen zehn Punkten. Der Autor Götz Kühnemund schreibt, dass die Onkelz sich „rundum erneuert“ hätten und „zeitloser denn je [wirken], weil sie es ganz einfach geschafft haben, runde, gut arrangierte Songs mit starken Refrains zu schreiben“.