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The Dark Side Of The Moon

Erschienen
13.10.2023 · Europe
Label / Katalognr.
Pink Floyd Records – PFR50LP1, Pink Floyd Records – 5054197141478
Format
Vinyl, LP, Album, Reissue, Remastered, Stereo (50th Anniversary, 180 Gram)
Genre
Rock
In der Sammlung seit
19.04.2024
Marktpreis ab
26,00 € (66 Angebote)
Gesamtspielzeit
42:11 min

Hintergrund

Erstveröffentlichung
01.03.1973
Albumtyp
6. Studioalbum von 13 (Pink Floyd)
Karriere
6 Jahre nach dem Debütalbum „The Piper at the Gates of Dawn“ (1967)
Bandgeschichte
Pink Floyd bestand zu diesem Zeitpunkt seit 9 Jahren
Aufgenommen in
Abbey Road Studios
Produziert von
Pink Floyd
Auszeichnungen
SNEP double diamond album
Vorgänger
Meddle
Nachfolger
Wish You Were Here

The Dark Side of the Moon (auch Dark Side of the Moon) ist das achte Studioalbum der britischen Rockband Pink Floyd. Das Konzeptalbum erschien 1973, zählt mit über 50 Millionen verkauften Einheiten zu den weltweit meistverkauften Musikalben und wurde zum Dauerbrenner in den internationalen Albumcharts.

Entstehung

Die Idee kam Roger Waters bereits im Herbst 1971. Seine Erfahrungen mit dem Niedergang des einstigen Pink-Floyd-Mitglieds Syd Barrett schufen den thematischen Rahmen: Was kann sensible Menschen in den Wahnsinn treiben? Waters wollte zeigen, wie seiner Meinung nach anonyme Machtstrukturen wie Geld oder Zeit Menschen zerstören können. Auch ernüchternde Erfahrungen mit dem Musikbusiness und der Verlust einer Utopie, an die etwa noch die Hippiegeneration glaubte, färbten auf die Texte ab.

Dies entsprach dem damaligen Zeitgeist: Wichtige Vordenker der 1968er wie Herbert Marcuse hatten einen engen Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Strukturen und psychischer Gesundheit propagiert; Begriffe wie Entfremdung oder Verdrängung waren en vogue. Nach den Unruhen um 1968 zogen sich viele ihrer Protagonisten aus der Öffentlichkeit in eine neue Innerlichkeit zurück. In der Popmusik der Zeit wurden diese Entwicklungen reflektiert; John Lennon verarbeitete seine Psychotherapie etwa auf seinem Urschrei-Album.

Da die Band Medicine Head kurz zuvor ebenfalls ein Album mit dem Titel Dark Side of the Moon herausgebracht hatte, gab es Überlegungen, das Pink-Floyd-Werk Eclipse zu nennen. Erst als die Medicine-Head-Veröffentlichung erfolglos blieb, wurde der ursprüngliche Albumtitel beibehalten. Er ist eine Textzeile aus Brain Damage, dem vorletzten Song des Albums.

Teile des Materials zu The Dark Side of the Moon wurden erstmals am 20. Januar 1972 im Brighton Dome vorgestellt, wegen technischer Probleme musste die Band jedoch nach Money ihren Auftritt beenden. Ein Mitschnitt des vollständigen Konzertes vom 17. Februar 1972 kam unter dem Titel Live – The Best of Tour 72 als Raubpressung in den Handel. Perfektioniert zum geschlossenen Album-Zyklus wurde es bis zum Juli 1975 in kompletter LP-Länge auf jedem Pink-Floyd-Konzert gespielt.

Das Album wurde von Juni 1972 bis Januar 1973 in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommen. Toningenieur war der damals erst 23-jährige Alan Parsons, der vorher schon an Produktionen der Beatles beteiligt gewesen war. Trotz des enormen kommerziellen Erfolgs erhielt The Dark Side Of The Moon nur eine Grammy-Nominierung: für Alan Parsons in der Kategorie „Best Engineered Recording“. Neben den Gruppenmitgliedern wirkten mit: Dick Parry (Saxophon auf Money und Us and Them), Clare Torry (Gesang auf The Great Gig in the Sky) sowie Doris Troy, Lesley Duncan, Liza Strike, Barry St. John (alle Backing Vocals). Außerdem sind kurze Fragmente aus Interviews enthalten, die Roger Waters mit zufällig Anwesenden geführt hat, insbesondere Studiomitarbeitern und Musikern von Wings. Paul McCartneys Wortbeitrag wurde allerdings nicht verwendet. …

Stil

Das Album zeigt, dass Pink Floyd ihre Alben zunehmend professioneller produzierte. Besonders der großflächige Einsatz von Synthesizern stellte den Anschluss an damals in der Popmusik aktuelle Entwicklungen her. Daneben charakterisiert aber David Gilmours melodisches, Blues-beeinflusstes Gitarrenspiel weiterhin die Musik auf dem Album.

Zugleich prägen auch einige surreale und bizarre Momente das Album. Besonders auffallend sind die gesprochenen Passagen, die sogleich das Intro Speak to Me bestimmen. Diese Klangcollage beginnt mit dem Pochen eines Herzschlags, über dem sich mehrere Personen zu den zentralen Themen des Konzeptalbums auslassen: Tod, Wahnsinn und Gewalt. Nach einer Idee des Toningenieurs Parsons erhielten die beiden Single-Auskopplungen Time und Money mit geloopten Sequenzen von mehreren synchron schellenden Weckern beziehungsweise dem Klingeln einer Registrierkasse jeweils ein ungewöhnliches Intro. Money ist bis auf den Gitarrensolo-Mittelteil, der im 4/4-Takt gespielt wird, im Rockmusik-untypischen 7/4-Takt gehalten.

Das Stück On the Run beschreibt die Angst vor dem Reisen. Unter Umständen spielte bei der Entstehung dieses Stücks, das sich von Auftritt zu Auftritt weiter entwickelte, die Flugangst von Roger Waters eine Rolle. Die Geräusche eines explodierenden Flugzeuges, mit denen der Song ausklingt, bringen das Thema auf den Punkt. Es basiert auf einer Synthesizer-Schleife, die um klangcollagenhafte Elemente ergänzt wurde. Auffällig bei der Harmonik des Albums ist die sehr häufig und in zirkelförmiger Form verwendete Akkordfolge II-V (zum Beispiel Em7 – A7).

Artwork

Das Plattencover wurde von George Hardie vom Hipgnosis-Designstudio entwickelt. Die Covergestaltung stammt von Storm Thorgerson. Sie zeigt vor schwarzem Hintergrund die Brechung eines weißen Lichtstrahls an einem Prisma, der sich dadurch in die Spektralfarben auffächert. Dieses Motiv ist ein Zitat von einem Klassiker des Schallplattencovers, den Alex Steinweiss 1942 für Beethovens 5. Klavierkonzert gestaltet hatte – wobei das Klavier von Steinweiss’ Original durch ein Prisma ersetzt wurde.

Die aufgefächerten Spektralfarben setzen sich im aufgeklappten Teil des Covers fort und beschreiben dort graphisch einen Herzschlag, wie er am Anfang und am Ende der Platte zu hören ist. Für die Neuauflagen zum 20. und zum 30. Jubiläum der Albenveröffentlichung wurde 1993 und 2003 das Cover optisch erneuert, das Motiv jedoch beibehalten.

Albumversionen

Es ist eines der wenigen Alben, die auch in einer Quadrofonie-LP-Version, in etwa vergleichbar mit 4.0-Raumklang, existieren. Es erschien als so genannte „Quadrophonic 8-Track-Cassette“, die wie die Quadrophonie-LP in den frühen 1970ern nur wenig, vor allem aber in den Vereinigten Staaten, verbreitet war.

Das Album ist 1983 zum ersten Mal auf CD erschienen und danach häufig remastert worden. 1993 erschien eine Spezialedition anlässlich des 20. Jubiläums von The Dark Side of the Moon. Der hierfür angefertigte Remaster wurde auch für spätere Versionen genutzt. 2003 erschien eine Spezialedition anlässlich des 30. Jubiläums des Albums. Es gibt neben einem neuen Remaster auch eine von James Guthrie abgemischte Version in 5.1-Kanal-Raumklang auf SACD.

2011 erschien das Album im Zuge der Kampagne Why Pink Floyd...? als Immersion Box, die unter anderem den originalen Quadrophonie-Mix von Alan Parsons aus dem Jahr 1973, die 5.1-Mischung von James Guthrie von 2003 sowie unveröffentlichtes Live- und Studiomaterial enthält. Der aktuelle Remaster wurde im Zuge dieser Kampagne von James Guthrie und Joel Plante angefertigt.

2023 veröffentlichte Pink Floyd zum 50. Jahrestag der Erstveröffentlichung The Dark Side of the Moon als Box-Set, das die digital aufbereitete Version des Albums, unter anderem als Blu-Ray-Dolby-Atmos-Version, sowie ein Fotobuch und eine LP des 1974er Konzerts in Wembley enthält. Ebenfalls zum Jahrestag veröffentlichte Roger Waters eine vollständige Neuaufnahme The Dark Side of the Moon Redux als Soloalbum.

Variationen des Titels

Im Laufe der Zeit hatte The Dark Side of the Moon verschiedene Titel. Zuerst hieß es Eclipse: A Piece for Assorted Lunatics, dann The Dark Side of the Moon: A Piece for Assorted Lunatics und bei der Erstveröffentlichung auf LP und auf CD wurde es nur Dark Side of the Moon genannt. So heißt es auch auf anderen Veröffentlichungen.

Veröffentlichungen mit Bezug auf The Dark Side of the Moon

Auf dem Pink-Floyd-Livealbum Pulse (1995) ist eine vollständige Darbietung des Albums enthalten. Der Mitschnitt stammt aus der letzten Tournee der Band in der Formation ohne Roger Waters. 2006 erschien die gleichnamige DVD, die dem Zuschauer eine aufwändige visuelle Inszenierung des Albums mit runder Großleinwand und eigens dafür angefertigten Clips zugänglich macht.

Der Regisseur Matthew Longfellow drehte 1997 eine Making-of-Dokumentation ab, die 2003 unter dem Titel Classic Albums – The Making of Dark Side of the Moon auf DVD erschienen ist. Musiker und Mitwirkende kommen in einer 93-minütigen Sendung zu Wort.

Das Album diente in den letzten Jahren gehäuft als Vorlage für mehr und weniger ungewöhnliche Neuinterpretationen. Die Formation Easy Star All-Stars veröffentlichte 2003 eine Dub/Reggae-Version namens Dub Side of the Moon, die das Albumkonzept ironisch auf die eigene Subkultur ummünzt: Das Kassenklingeln zu Beginn des Stücks Money wurde durch eine rhythmische Collage um Raucherhusten, Feuerzeuggeräusche und das Blubbern einer Wasserpfeife ersetzt. Das A-cappella-Projekt Vocomotion spielte 2005 eine Neuinterpretation unter dem Titel Dark Side of the Moon a cappella ein. Darin werden sämtliche Instrumente durch Gesang oder Beatboxing imitiert. Die Progressive-Metal-Band Dream Theater spielte das komplette Album während ihrer Welttournee 2005 als Zugabe live und veröffentlichte einen Livemitschnitt auf DVD und CD über ihr eigenes Musiklabel YtseJam Records.

Im Oktober 2008 veröffentlichte Extrawelt, das Minimalprojekt von Arne Schaffhausen & Wayan Raabe, auf dem Album Schöne Neue Extrawelt den Track Dark Side Of My Room.

Ende 2009 veröffentlichte die Band The Flaming Lips eine radikale Neuinterpretation des gesamten Albums.

Die Industrial-Metal-Band Ministry benannte eines ihrer Alben Dark Side of the Spoon, anspielend auf die verrußte Unterseite eines Löffels (engl. ‚spoon‘), der zum Aufkochen von anschließend intravenös injiziertem Heroin genutzt wird, und die Drogenvergangenheit ihres Sängers Al Jourgensen.

Auf dem Cover des Albums The Sunny Side of the Moon: The Best of Richard Cheese von Richard Cheese wird der Lichtstrahl nicht wie bei The Dark Side of the Moon von einem Prisma, sondern von einem Martiniglas gebrochen.

Klaus Schulze nahm zusammen mit Pete Namlook zwischen 1994 und 2008 eine Serie von 11 CDs unter dem Titel The Dark Side Of The Moog auf; auch die Titel der einzelnen Stücke tragen verballhornte Titel von Pink Floyd-Alben oder -Stücken. Bereits 1976 gab es auf dem Album Strange New Flesh der Band Colosseum II ein Instrumentalstück mit dem Titel Dark Side of the Moog.

Die dunkle Seite des Mondes ist der Titel eines Romans von Martin Suter aus dem Jahre 2000. …

Rezeption

Trotz des großen kommerziellen Erfolgs waren viele Kritiker zunächst wenig glücklich mit der perfekt produzierten Musik des Albums und hielten diese für zu eingängig: The Dark Side of the Moon sei Musik für „Hifi-Snobs“, hieß es etwa. In der Zeitschrift Sounds urteilte Hermann Haring, die Gruppe habe 1969 mit dem Doppelalbum Ummagumma ihren schöpferischen Höhepunkt erreicht und gehe seitdem musikalisch bergab, auch das neue Album kündige „noch nicht das Ende der Talfahrt an“: „Die Pink Floyd leben mittlerweile davon, sich selbst zu zitieren und zu kopieren, was heißen soll: sie glänzen durch Einfallslosigkeit.“ Hinter dem Titel Time verberge sich „billiger Gebrauchsrock vom Fließband, mit ergreifenden ‚Aaaahs‘ und ‚Oooohs‘“. Die restlichen drei Titel könne man getrost übergehen, ausgenommen eine einzige Textzeile: „Sie lautet ‚See you on the dark side of the moon‘ und sagt aus, wo man die Pink Floyd heute findet: hinterm Mond.“ Im Pop Poll des Melody Maker des Jahres 1973 siegte The Dark Side of the Moon dagegen in der Kategorie Album, und zwar sowohl in der britischen als auch in der internationalen Wertung.

Im Laufe der Zeit änderte sich dies; das Album ist heute längst als Schlüsselwerk des Progressive Rock kanonisiert: Im Juli 2010 kürte die britische Musikzeitschrift Classic Rock The Dark Side of the Moon zu einem der 50 Musikalben, die den Progressive Rock prägten. In der Liste des renommierten Fachblattes Rolling Stone der 500 besten Alben aller Zeiten rangiert die LP auf Platz 43, und im Juni 2015 wählte die Zeitschrift das Album auf Platz 1 der 50 besten Progressive-Rock-Alben aller Zeiten. Die deutsche Zeitschrift Musikexpress führte das Album 2026 in ihrer Liste der 500 besten Alben aller Zeiten auf Platz 18.

Gegen diese Kanonisierung wandte sich 2005 der Journalist Sky Nonhoff, der das Album in sein Buch über die meistüberschätzten Platten der Popgeschichte aufnahm. Auf The Dark Side of the Moon werde „Gestaltungskraft stets durch Gimmicks, jeder Hauch von Subtilem durch den Odem des Spektakulären ersetzt“. Nur The Great Gig in the Sky lasse erkennen, wie sich die Klangfülle mit Nuancen füllen lasse, was er Clare Torry zuschrieb. Das Album sah er als Blaupause für alle späteren Großprojekte von Pink Floyd.

Bibliografie

Dokumentationen

Classic Albums: Pink Floyd – The Dark Side of the Moon, Edel records GmbH 2003

Literatur

John Harris: Pink Floyd und The Dark Side of the Moon. Die Entstehung eines Meisterwerks. Hannibal, Höfen 2006, ISBN 3-85445-272-1.

Brian Southall: Dark Side of the Moon Revealed: The Real Story of Pink Floyd's Landmark Album, Clarksdale 2013, ISBN 978-1-905959-98-3.

Quelle: Wikipedia – „The Dark Side of the Moon“, Text unter CC BY-SA 4.0. Weitere Fakten: Wikidata, MusicBrainz.

Tracklist

10 Titel

A1aSpeak To Me1:30
A1bBreathe (In The Air)2:43
A2On The Run3:30
A3Time6:53
A4The Great Gig In The Sky4:15
B1Money6:30
B2Us And Them7:51
B3Any Colour You Like3:24
B4Brain Damage3:50
B5Eclipse1:45

Mitwirkende

Produktion
Pink Floyd
Komponiert von
Gilmour (A1b to A3, B3), Mason (A1a, A3, B3), Wright (A1b, A3, A4, B2, B3), Waters (A1b to A3, B1, B2, B4, B5)
Komponiert von [Vocal]
Clare Torry (A4)
Texte [All]
Roger Waters
Artwork [Sleeve Art]
George Hardie N.T.A.
Artwork [Stickers Art]
George Hardie N.T.A.
Backgroundgesang
Barry St John, Doris Troy, Lesley Duncan, Liza Strike
Bassgitarre
Roger Waters
Design [Sleeve]
Hipgnosis
Fotografie
Hipgnosis
Gesang
Roger Waters, Richard Wright, Clare Torry (A4), David Gilmour
Gitarre
David Gilmour
Keyboards
Richard Wright
Lackschnitt
BG
Musik
Pink Floyd
Perkussion
Nick Mason
Remastered By
Bernie Grundman, James Guthrie, Joel Plante
Saxofon
Dick Parry (B1, B2)
Supervised By [Mixing]
Chris Thomas
Synthesizer [VCS3]
Roger Waters, Richard Wright, David Gilmour
Tape [Effects]
Roger Waters, Nick Mason
Toningenieur
Alan Parsons
Toningenieur [Assistant]
Peter James
Anmerkungen zu dieser Pressung (Discogs, Englisch)

Gatefold cover issued with two posters and two stickers. Different UPC and code than 28614196. Hype Sticker: "Pink Floyd 50 The Dark Side Of The Moon Remastered For The 50th Anniversary On Heavyweight 180g Vinyl" Made in The Netherlands Runouts description: all runouts are etched, except "37307 3A" and "37307 4B (or variants of)" that are stamped. The variant 2 B side contains "400172 1" which has been crossed out. Variant 8, side B, the first 18 is actually a 1 with an 8 stamped directly on top of it. Also the etched LI on both sides is in an etched box. Variant 11, side B, the 8 is crossed out. LI is also boxed on both sides.

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