Foreign Tongues ist das 25. Studioalbum der Rolling Stones. Es erschien am 10. Juli 2026 und besteht aus 14 Musiktiteln.
Hintergrund
Bereits beim Albumrelease von Hackney Diamonds erwähnte Mick Jagger, dass Material für ein weiteres Studioalbum produziert worden sei. Die Band begann nochmals ab 2025 mit weiteren Arbeiten am neuen Studioalbum. Ronnie Wood bestätigte im September 2025, dass 2026 ein neues Album erscheinen werde.
Die Stones starteten ab Frühjahr 2026 eine große Marketingkampagne, die einige Hinweise und versteckte Indizien enthielt. Im April 2026 wurde eine Webseite livegeschaltet, die schrittweise Hinweise offenbarte. Am 11. April 2026 erschien die Single Rough and Twisted, jedoch nicht als Werk der Rolling Stones, sondern unter dem seit den 1970ern verwendeten Bandpseudonym The Cockroaches. Die Single konnte nur physisch in wenigen auserwählten Plattenläden käuflich erworben werden. Den ungewöhnlichen Verkaufspreis von 10,07 deuteten Fans als Hinweis auf den 10. Juli und somit auf ein mögliches Releasedatum des Albums. Die Vinylpressungen der Single erreichten später auf dem Zweitmarkt Preise von über 1.000 Euro. Ende April 2026 wurden weltweit Plakate mit dem Stones-Logo und dem Begriff Foreign Tongues, jeweils in verschiedenen Landessprachen, gesichtet. Die Stones posteten Fotos dieser Plakate auf ihren Social-Media-Kanälen. Anfang Mai gab die Band eine Pressemitteilung, verkündete offiziell den Albumnamen, das Releasedatum und veröffentlichte die zweite Single In the Stars. Zudem wurde Rough and Twisted digital veröffentlicht. In den Tagen zuvor präsentierten die Bandmitglieder schrittweise das neue Albumcover. Die Bandmitglieder waren sich zum Zeitpunkt des Albumreleases noch nicht einig, ob eine weitere Tournee stattfinden würde.
Zur zweiten Single In the Stars erschien ein Musikvideo mit der US-amerikanischen Schauspielerin Odessa A’zion in der Hauptrolle. Die Stones wurden mittels Körperdouble und Deepfake-Technologie verjüngt. Die Hauptrolle im Musikvideo zu Jealous Lover übernahm Anya Taylor-Joy.
Das Albumcover stammt vom Künstler Nathaniel Mary Quinn. Das Trinity genannte Werk zeigt Keith Richards, Ronnie Wood und Mick Jagger als surreale Collage zu einem Hybridgesicht geformt. Das Werk erhielt gemischte Kritiken.
Wie bereits bei Hackney Diamonds wurden Song-Fragmente des 2021 verstorbenen Schlagzeugers Charlie Watts verwendet. Andrew Watt übernahm erneut die Produktion. Gastbeiträge gab es von Paul McCartney, Steve Winwood, dem Cure-Sänger Robert Smith, Chad Smith, Benmont Tench sowie Bruno Mars.
Die Stones coverten den Song You Know I’m No Good in Gedenken an Amy Winehouse. Ronnie Wood hatte zu Winehouse persönlichen Kontakt und versuchte, sie im Umgang mit ihrer Alkoholabhängigkeit zu unterstützen. Er verglich ihr musikalisches Talent und ihre tragische Lebensgeschichte mit der Jazzikone Billie Holiday.
Keith Richards gedenkt in Back in Your Life Brian Wilson und Sly Stone, die im Sommer 2025 verstorben sind. Beide hatten Einfluss auf sein Gitarrenspiel.
Das Album endet mit einem Chuck-Berry-Cover. …
Rezeption
Foreign Tongues erhielt überwiegend positive Kritiken. Gelobt wurden die Rückkehr der Band zu ihren Blues-Wurzeln in der Single Rough and Twisted, der frische Gesamteindruck des Albums sowie Mick Jaggers Gesang. Die Songs seien das Werk erfahrener Musiker, die immer noch etwas zu sagen hätten. Die Stones gehen mit aktuellen politischen Themen kritisch um und rechnen in Songs wie Mr Charm oder Ringing Hollow mit den Autokraten der Gegenwart ab. Music Musings and Such bezeichnete Foreign Tongues als ein „exciting and important album“, das zu den Alben des Sommers zählen könne. Der Guardian urteilte knapp mit den Worten: „another late triumph“.
Auch in der deutschsprachigen Presse überwogen positive Bewertungen. Das Magazin Rolling Stone Deutschland bezeichnete das Album als „ziemlich glänzendes Spät-Spätwerk“ und hob insbesondere die stilistische Vielfalt sowie den von Produzent Andrew Watt vermittelten neuen Schwung hervor. Deutlich kritischer fiel dagegen die Rezension der taz aus, in der das Album vor dem Hintergrund der Einschätzung bewertet wurde, die Rolling Stones hätten seit rund vier Jahrzehnten kein wirklich innovatives Studioalbum mehr veröffentlicht.
Kritisiert wurde zudem erneut die Produktion von Andrew Watt, die – ähnlich wie bereits beim Vorgängeralbum Hackney Diamonds – stellenweise als zu dominant und übermäßig poliert empfunden wurde.