4630 Bochum
- Erschienen
- 1984 · Germany
- Format
- Vinyl, LP, Album, Stereo
- Genre
- Rock
- In der Sammlung seit
- 19.04.2024 (2×)
- Marktpreis ab
- 1,46 € (104 Angebote)
- Gesamtspielzeit
- 38:43 min
4630 Bochum ist das fünfte Studioalbum des deutschen Musikers Herbert Grönemeyer, das im Mai 1984 erschien.
Die Erstveröffentlichung als Langspielplatte von 4630 Bochum erfolgte am 11. Mai 1984 bei EMI Music. Die Veröffentlichung auf CD war am 14. August 1984. Das Album erschien in seiner Originalausführung als CD (Katalognummer: 564-14 6905 2) und LP (Katalognummer: 066-1469051) mit zehn Titeln. Zum 40-jährigen Jubiläum erschien am 7. Juni 2024 eine Sonderausgabe bei Vertigo Records mit zwei Bonusalben, darunter die Duett-EP #40 Bochum sowie das Remixalbum Bochum (2024 Mix) (Katalognummer: 060246532311).
Geschrieben und produziert wurden die Lieder allesamt alleine von Grönemeyer selbst. Er war lediglich am Schreibprozess zu Alkohol nicht beteiligt, die Komposition sowie der Text hierzu stammen von Norbert Hamm und Gagey Mrozeck. Das Album wurde zwischen Januar und März 1984 im EMI-Tonstudio II am Maarweg in Köln aufgenommen. Es ist das erste Album von Grönemeyer bei EMI, nachdem Intercord seinen Plattenvertrag aufgelöst hatte.
Bei „4630“ handelt es sich um die damalige Postleitzahl der Stadt Bochum, die Stadt, in der Grönemeyer aufgewachsen ist, und in der er am Schauspielhaus als Musiker gearbeitet hatte.
Als eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Musikalben der 1980er Jahre wurde Anfang 1989 4630 Bochum als Lizenzproduktion auch vom staatlichen Plattenlabel Amiga in der DDR veröffentlicht. Dabei hatte Grönemeyer nur einer originalgetreuen Reproduktion seines Albums zugestimmt. Amiga hielt sich auch an diese Vereinbarung, nur das Foto vom Schlagzeuger und Percussionisten des Albums Detlef Kessler auf dem Innencover wurde wegretuschiert. Kessler war 1978 von der DDR in die BRD übergesiedelt und hatte dann in der BRD als Schlagzeuger für verschiedene Musiker, wie u. a. Georg Danzer, gearbeitet. Für Grönemeyer war er auch schon beim Vorgängeralbum Gemischte Gefühle als Musiker aktiv. Die Republikflucht hatte man auf staatlicher Seite der DDR offensichtlich nicht vergessen.
Das Frontcover zeigt in Blockschreibschrift mit weißer Kreide auf schwarzem Grund den einer Briefadressierung ähnelnden Schriftzug:
Herbert
Grönemeyer
4630 Bochum
Nach Ansicht des Publizisten und Popmusikexperten Jürgen Stark hatte Grönemeyer bereits in seinen dem Album vorhergehenden Werken „mit der Aura des gnadenlos Bürgerlich-Bodenständigen“ linke Themen aufgegriffen. Mit 4630 Bochum sei Grönemeyer zum Ruhrpott-Kumpel geworden, der über Männer, Kinder und Alkohol so singe, wie man in rheinischen Szenekneipen denke. Die Frauenbewegung, so Stark weiter, könne „über Grönemeyers Selbsterkenntnisse als bekehrter Softie schmunzeln und sich über den Sieg freuen“.
Das Rolling-Stone-Magazin zählt das Album zu einem der „50 Ereignisse, die den Rock’n’Roll veränderten“. Bei einer Zuhörerwahl der besten Alben aller Zeiten des Senders WDR 2 belegte 4630 Bochum als bestes deutschsprachiges Album Platz 10.
Der Titeltrack des Albums wird von vielen Bochumern als eine Art inoffizielle „Hymne der Stadt“ angesehen. Seit dem 20. März 1992 wird der Song unter anderem, neben dem Vereinslied, vor jedem Heimspiel des VfL Bochum gesungen. Das Solo des Titels enthält laut Rolling Stone „einige falsche Töne, was so gut zu der Hommage an die graue, marode Grubenstadt mit dem Herzen auf dem rechten Fleck“ passt.
Die Jugendzeitschrift Bravo bezeichnete den Song Männer als „griffige Männeranmache“. Für den Spiegel handelt es sich bei dem Lied um „halb Satire, halb Eloge, teils Men’s Lib, teils Chauvi-Restauration“. Der Song scheine „den Nerv aller (emanzipationsgeschädigten?) Männer getroffen zu haben“. Grönemeyer, so der Spiegel weiter, rücke „den Überbleibseln nicht-reformierter Männlichkeit wie verstopften Arterien und emotionaler Verklemmtheit […] mit harten Rhythmen zuleibe und mit einer hellen, kehligen, sich manchmal überschlagenden Stimme.“ Der Song wurde mehrfach gecovert oder zum Bezugspunkt für andere Songs, darunter Männer! von The Admirals.
Von dem Lied Mambo erschien im Sommer 1999 eine freie Neuinterpretation des holländischen Musikprojekts Loona mit dem Titel Mamboleo. Das spanischsprachige Lied verwendet die Melodie von Grönemeyers Song Mambo. Textlich handelt der spanische Song von einem Flirt zwischen einem Mann und einer Frau auf einer Party. Das deutschsprachige Original-Lied dagegen erzählt die Geschichte über einen Autofahrer, der verzweifelt einen Parkplatz sucht auf dem Weg zu seiner Frau. Das ursprüngliche Musikvideo in Farbe zu Loonas Mamboleo, in dem man die Sängerin mit einer ausgelassenen Partymeute tanzend an einem sommerlichen Strand sieht, gefiel dem Urheber Herbert Grönemeyer nicht, weshalb er die Erlaubnis zur Verwendung der Melodie seines Songs Mambo zurückzuziehen drohte. Obwohl das Video bereits veröffentlicht war und im Musikfernsehen wie Viva lief, konnte Grönemeyer erwirken, dass ein neues Musikvideo gedreht werden musste, ein schwarz-weißer Videoclip, in dem Sängerin Loona mit zahlreichen Darstellern mitten in einem städtischen Verkehrsstau tanzt.
Im DFB-Pokal 2024/25 engagierte sich Herbert Grönemeyer beim VfL Bochum als Ärmelsponsor. In Anlehnung an sein 1984 veröffentlichtes Album bestritt der Club sein einziges Spiel des Turniers gegen den SSV Jahn Regensburg mit dem Schriftzug „HG 4630 Bochum“ auf dem Ärmel des Trikotsatzes.
Quelle: Wikipedia – „4630 Bochum“, Text unter CC BY-SA 4.0. Weitere Fakten: Wikidata, MusicBrainz.
10 Titel ·
| A1 | Bochum Soloist, Saxophone: Charly Mariano | 3:46 |
| A2 | Männer | 3:58 |
| A3 | Flugzeuge Im Bauch Soloist, Guitar: J. Hansonis | 3:51 |
| A4 | Alkohol Soloist, Saxophone: Charly Mariano · Komponiert von: Mrotzek · Komponiert von: Hamm | 4:27 |
| A5 | Amerika | 3:24 |
| B1 | Für Dich Da | 3:22 |
| B2 | Jetzt Oder Nie Soloist, Organ: Alfred Kritzer | 4:56 |
| B3 | Fangfragen | 4:15 |
| B4 | Erwischt Soloist, Guitar: Gaggy Mrotzek | 3:59 |
| B5 | Mambo Soloist, Percussion: Detlef Kessler | 2:45 |
Comes with printed inner sleeve. Direct Metal Mastering Recorded and mixed at EMI Tonstudio II, Maarweg, Köln from January to March 1984. Alle Titel verlegt im Grönland-Musikverlag außer A2, B3, B4 Kick/Grönland ℗ 1984 EMI Electrola GmbH. There is a version that excludes the EMI logo on the bottom left side of the back cover and also does not credit Detlef Kessler (back of inner sleeve). See here: 6472640. Another similar version 564715 has the EMI logo on the back cover and credits Kessler. This version lacks the EMI logo on the bottom left side of the back cover. Detlef Kessler is credited on the inner sleeve as percussionssolo, the last line above the musicians' photos.